Tomatengewächshaus: Anbau von Tomaten im geschützten Raum

Tomatengewächshaus Gewächshaus Tomaten

Tomaten können durch den Anbau im Gewächshaus geschützt werden.

Nur wenige Tomaten eignen sich wirklich gut für den Anbau im ungeschützten Freiland. Temperaturschwankungen, wechselnde Luftfeuchtigkeit und Wind stressen die Pflanzen und lassen sie die Blätter einrollen oder sie im schlimmsten Fall sogar die Blüten abwerfen. Zudem können die Pflanzen durch Schädlinge befallen werden, die die Ernte ruinieren würden.

Geschützt durch ein Tomatengewächshaus oder selbst gebaute Dächer entwickeln sich die Pflanzen auch bei ungünstiger Witterung gut. Besonders ein Schutz vor Regen ist sinnvoll, da Pilze die Blätter leichter besiedeln können, wenn sie längere Zeit nass sind. Selbst kleine Gewächshäuser gleichen Temperaturschwankungen aus und verbessern die Bedingungen für die Pflanzen. Sie bieten eine kontrollierte Umgebung, die eine sichere Aufzucht der Tomaten ermöglicht.

 

Bauweise des Gewächshauses

Im besten Fall verfügt das Gewächshaus über ein lichtdurchlässiges Dach aus Glas oder Kunststoff. Wenn dieses stets sauber gehalten wird, erhalten die Pflanzen im Inneren genügend Sonnenlicht und Wärme. Eine Heizanlage ist empfehlenswert, damit die Tomaten auch bei plötzlichen Kälteeinbrüchen außerhalb des Gewächshauses nicht umquartiert werden müssen. Im Sommer ist eine Abschirmung gegen zu intensive Sonneneinstrahlung sehr nützlich.

 

Auspflanzen von Tomaten im Gewächshaus

Das Auspflanzen im Gewächshaus unterscheidet nicht wesentlich vom Anbau unter freiem Himmel. Die Vorbereitung besteht auch hier aus den folgenden Arbeitsschritten:

  • Mischen eines lockeren, durchlässigen und nährstoffreichen Substrats, das mit einer Fertigmischung oder Kompost gedüngt wird
  • Anlegen von Pflanzlöchern im Abstand von mindestens einem halben Meter
  • gründliches Angießen vor dem Auspflanzen (ca. 3 Liter Wasser pro m²)
  • unter den pikierten Jungpflanzen nur die gesunden Exemplare zum Auspflanzen nutzen

Die Tomaten können ausgepflanzt werden, wenn die erste Blütentraube sichtbar ist. Sie sollten so in das Substrat gesetzt werden, dass ihre Blüten zum Inneren des Gewächshauses zeigen. Da Jungpflanzen durch starke Sonneneinstrahlung zu viel Flüssigkeit verlieren, sollte die Abdeckung des Glashauses benutzt werden um die Tomaten in den Schatten zu stellen bis sie heran gewachsen sind. Um den Nährstoffbedarf der Pflanzen zu decken, sollten sie alle zwei Wochen gedüngt werden.

 

Die Enge des Gewächshauses

Im Gegensatz zum Gemüsebeet ist der Platz im Gewächshaus sehr stark begrenzt, vor allem wenn verschiedene Gemüsearten dort angebaut werden. Gerade Tomaten benötigen viel Platz, da für ein optimales Wachstum ein Abstand von mindestens einem halben Meter beim Pflanzen eingehalten werden sollte. Aus diesem Grund eignen sich Stabtomaten am besten für den Anbau im Gewächshaus. Diese wachsen in die Höhe statt in die Breite (im Gegensatz zu Busch- und Strauchtomaten). Aufgrund der Enge ist das Ausgeizen bei der Aufzucht im Gewächshaus besonders wichtig. Dabei werden Seitentriebe entfernt um das Wachstum in die Höhe zu fördern. Auf diese Weise beanspruchen die Pflanzen während der Reifezeit weniger Zeit. Die so entstehenden Pflanzenabfälle können wiederum als Dünger genutzt werden.

Im Gewächshaus kann auch die hohe Luftfeuchtigkeit, von der Tomaten profitieren, sehr gut aufrecht erhalten werden. Allerdings muss auch für eine gute Belüftung gesorgt werden. Wenn überzählige Feuchtigkeit nicht verdunstet, würde dies den Pflanzen schaden. Aus diesem Grund sollte jeden Tag gelüftet werden, sofern außerhalb des Gewächshauses keine Frosttemperaturen herrschen.

 

Schädlinge und Nährstoffmangel von Tomaten erfolgreich bekämpfen

Obwohl es sich bei einem Gewächshaus um eine kontrollierte Umgebung handelt, kann es immer passieren, dass bei der Aufzucht Fehler gemacht werden oder Schädlinge die Pflanzen befallen.

Tipp: Jede Tomate sollte einmal pro Woche genau überprüft werden. Die Blattunterseite ist eine bevorzugte Stelle von z.B. Blattläusen und den Larven der weißen Fliege. Falls es zum Befall kommt, gibt es verschiedene Methoden dies zu bekämpfen:

Nützlinge sind eine natürliche Lösung für dieses Problem. Dabei handelt es sich um die natürlichen Feinde der Schädlinge. Marienkäfer, Ohrwürmer und die Larven der Florfliege gehören dazu.
Auch für Tomaten verträgliche Pflanzenschutzmittel können helfen. Diese sollten möglichst auch den Nützlingen nicht schaden.

Darüber hinaus kann an den Blättern erkannt werden, wie gesund die Pflanze ist. Blasse Blätter oder schlechtes Wachstum ohne erkennbaren Grund deuten beispielsweise auf Nährstoffmangel hin und erfordern es, nach zu düngen.

 

Weitere Hinweise für den Gewächshausanbau

Ein besonderer Aspekt des Tomatenanbaus im Gewächshaus ist die Befruchtung der Pflanzen, die für die Bildung der Früchte sorgt. Tomaten befruchten sich normalerweise von selbst. Im Freien können Wind und Insekten jedoch die Befruchtung unterstützen. Da dies im Gewächshaus nicht gegeben ist, kann man den Pflanzen selbst helfen. Es genügt, wenn man alle ein bis zwei Tage sanft an den Blütentrauben rüttelt. So gelangen die Pollen auf die Blütennarbe, was zur Befruchtung führt.

Stützen kommen natürlich auch im Gewächshaus zum Einsatz und sorgen dafür, dass die Pflanzen in die Höhe wachsen können ohne umzuknicken. Allerdings ist es unbedingt empfohlen, dass diese und andere Hilfsmittel gründlich gereinigt werden, bevor sie im Gewächshaus zum Einsatz kommen. So können versehentliche Infektionen vermieden werden, vor denen das Gewächshaus eigentlich schützen soll.

Tipp: Als Alternative oder Ergänzung zu Stützen in Stabform können an der Decke auch Schnüre aufgehängt werden, an denen die Tomatenpflanzen befestigt werden.

Fazit: Gewächshäuser lösen manche Probleme bei der Tomatenzucht, aber zugleich machen die veränderten Umstände es nötig, dass die Pflege in mancher Hinsicht intensiviert werden muss.