Die Vielfalt der Tomate: Übersicht über bekannte Sorten

Tomatensorten

Tomatenfrüchte haben vielfältige Formen und Farben.

Im Sortenregister befinden sich über 3.800 verschiedene Tomatensorten. Nach Schätzungen soll es mehr als 7000 weitere Tomatensorten geben, die von privaten Sammlern erhalten werden.

Am beliebtesten sind runde, rote Salattomaten. Die fruchtigen Kirschtomaten und die aromatischen Roma-Tomaten folgen dicht auf den Plätzen zwei und drei. Gelbe, orangene und grüne Tomaten sind seltener im Supermarkt zu finden. Ungewöhnlich geformte und gefärbte Sorten werden vor allem von Hobbygärtnern und Sammlern im eigenen Garten angebaut.

Um die Sortenvielfalt zu gliedern, werden Tomaten in verschiedene Gruppen unterteilt. Diese werden nach Größe, Form, Verwendung und Wuchstyp unterschieden. Die Übergänge zwischen den Gruppen sind fließend und die Tomatensorten fallen immer in mehrere Kategorien.

 

Die verschiedenen Tomatensorten

 

Stabtomaten

Stabtomaten benötigen eine Stütze.

Stabtomaten

Hierbei handelt es sich um Tomaten, die während der gesamten Vegetationsperiode weiter in die Länge wachsen, sehr hoch werden (180 bis über 200 cm) und mit Stäben oder Schnüren gestützt werden müssen. Sie bilden bis zum Herbst ständig neue Blätter und Blüten. Damit die Früchte gut ausreifen können, müssen ständig die Seitentriebe entfernen werden (Ausgeizen). Im August sollten die Triebspitze abgeschnitten werden, damit die Pflanze ihre Kraft in die Reife der letzten Früchte stecken kann, anstatt weitere neue anzulegen. Da eine Tomatenfrucht etwa zwei Monate zum Reifen benötigt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass aus den August-Blüten noch reife Früchte hervorgehen. Stabtomaten gehören zu den verbreitetsten Tomatensorten weltweit und machen dabei etwa 70 Prozent des Weltanbaus aus.

 

Busch- oder Strauchtomaten

Bei Buschtomaten oder Strauchtomaten hören die Triebe auf zu wachsen, wenn sich einige Blätter und Blütenstände gebildet haben. Es wachsen dafür daraufhin Seitentriebe mit weiteren Blütenständen heran. Darum sind die Pflanzen reich verzweigt und zugleich kompakter als Stabtomaten. Aus diesem Grund eignen sich Strauchtomaten hervorragend für den Anbau im Kübel. Sie werden meist zwischen 30 und 150 cm hoch. Die Seitentriebe werden bei diesen Tomaten gemeinhin nicht ausgebrochen. Strauchtomaten gelten als weniger ertragreich als Stabtomaten, die schätzungsweise 50 Prozent mehr Früchte ausbilden. Aufgrund ihrer Standfestigkeit sind Stützen in der Regel nicht nötig.

 

Salattomate

Salattomate „Goldene Königin“

Salattomaten

Die typischen runden Tomaten werden als Rundtomaten oder als Salattomaten bezeichnet. Sie haben viel Gallerte und sind darum sehr saftig. In der Regel wiegen die Früchte zwischen 60 und 100 g. Die meisten Sorten sind rot. Sehr bekannt sind ‚Moneymaker‘ und ‚Matina‘. Alte Tomatensorten sind sehr beliebt: Eine alte, gelbe Sorte ist die ‚Goldene Königin‘. Auch die Schokoladentomate ‚Sacher‘ gehört zu dieser Gruppe. Sie eignen sich sehr gut für den Frischverzehr.

 

 

 

 

 

Cocktailtomate Tiger

Die Cocktailtomate „Tiger“ hat auch als reife Frucht noch grüne Streifen.

Cocktailtomaten

Als Aroma- oder Cocktailtomaten werden kleine Sorten mit einem Fruchtgewicht von 20 bis 60 g bezeichnet. Da es sich um kleine Pflanzen handelt, brauchen sie im Anbau wenig Platz und können problemlos im Kübel gezogen werden.

Cocktailtomaten sind sehr aromatisch und schmecken direkt nach der Ernte am besten. Sie eignen sich besonders gut als Salatzutat oder zum Einlegen. Leider kann der Geschmack sehr schnell wässrig werden. Mit guter Kühlung halten sich Cocktailtomaten bis zu vier Wochen. Bei Zimmertemperatur sind diese jedoch nur eine Woche haltbar. Ihre Form variiert. ‚Tropical‘ ist eine typische runde Cocktailtomate. ‚Santorange‘ und ‚Caprese‘ gehören zu den Pflaumentomaten. Sie haben eine ovale bis pflaumenförmige Frucht. ‚Licobello‘ wird wegen ihrer ungewöhnlichen Fruchtform auch als „Paprika-Tomate“ bezeichnet.
Cocktailtomaten weisen einen größeren Ernteaufwand als andere Tomatensorten auf, da sie sehr viele, aber auch sehr kleine Früchte produzieren, die vorsichtig abgeerntet werden müssen. Manche Varianten produzieren an sechs bis acht Rispen an jeder Pflanze bis zu 16 Früchte pro Rispe. Diese können bis in den Oktober reifen und ermöglichen auch späte Ernten.

 

Cherry Tomate

Cherry-Tomaten trage sehr viele kleine Früchte.

Kirschtomaten/Cherry-Tomaten

Die Cherry- oder Kirschtomaten, haben sehr kleine Früchte, die nur bis zu 20 g wiegen. Sie sind meistens sehr süß. Die Früchte können rund, oval oder länglich sein. Cherry-Tomaten existieren in verschiedenen Farbvariationen. Neben roten Cherry-Tomaten gibt es auch gelbe (‚Yellow Spring‘) und orangene (‚Sunny Gold‘) Varianten. ‚Primavera‘ ist eine runde samenfeste Sorte. Sorten mit ovalen Früchten wie ‚Ovalino‘ werden auch als Datteltomaten bezeichnet. ‚Heartbreaker’s Vita‘ weist dekorative, herzförmige Früchte auf. Es existieren auch besonders süße Cherry-Tomaten, die vor allem für den Verzehr durch Kinder gedacht sind und dementsprechend als Kinder- oder Naschtomaten bezeichnet werden.

 

 

 

 

San-Marzano-Tomate

San-Marzano-Tomaten sind länglich und flaschenähnlich.

Roma-Tomaten und San-Marzano- Tomaten

Roma-Tomaten haben längliche, walzenförmige Früchte. Aufgrund ihrer Form werden sie u.a. auch als „Eiertomaten“ bezeichnet. Diese Sorten haben wenige Kerne und viel Fruchtfleisch. Darum eignen sie sich gut zum Einmachen, Kochen und zur Herstellung von Soßen und Ketchup. Diese können aber auch gut frisch gegessen werden. San-Marzano-Tomaten sind nach einem Ort in Italien benannt. Sie haben eine längliche Frucht mit einer Taille, die ihnen die Form einer Flasche verleiht. Daher werden sie auch als „Flaschentomaten“ bezeichnet. San-Marzano-Tomaten haben ein sehr trockenes, mehliges Fleisch. Dadurch bleiben sie beim Kochen fest und können auch zum Grillen verwendet werden.

 

 

 

 

Fleischtomate

Fleischtomaten haben viel Fruchtfleisch und wenig Saft.

Fleischtomaten

Fleischtomaten haben große Früchte mit vielen Kammern und wenig Gallerte. Sie werden zwischen 100 g und mehr als 1 kg schwer (‚Nonna Antonia‘). Nach ihrer Fruchtform wird unter anderem zwischen ‚Ochsenherz‘ (‚Coeur de Beruf‘), mit ihren beutelförmigen Früchten und „Marmande“-Typen mit flachrunden gerippten Früchten unterschieden. Fleischtomaten sind im Allgemeinen spätreifend und brauchen sehr viel Wärme und Sonnenlicht. Aus diesem Grund werden sie bevorzugt in Ländern mit einem sehr warmen Klima angebaut.
Besonders erwähnenswerte Fleischtomatensorten sind die ‚Brandywine‘ mit ihrem leichten Weinaroma und die „Weisse Schönheit“ aus Deutschland, die eine fast vollständig weiße Färbung aufweist. Fleischtomaten eignen sich ebenfalls sehr gut als Grilltomaten. Diese können auch ausgehöhlt und mit Zutaten nach Wunsch gefüllt werden.

 

Paprika-Tomaten

Paprika-Tomaten sind keine Kreuzungen zwischen Paprika und Tomate, wie der Name vermuten lassen könnte. Bei diesen Sorten erinnert lediglich die Fruchtform an Blockpaprika. ‚Licobello‘ ist eine sehr kleine Paprika-Tomate und zählt zu den Cocktailtomaten. ‚Yellow Stuffer‘ hat große gelbe, hohle Früchte, die sich gut füllen lassen.

 

Rispentomate

Bei Rispentomaten kann man alle Früchte gemeinsam ernten.

Rispentomaten

Bei den meisten Tomaten reifen die Früchte an der Traube von oben nach unten nach und nach ab. Erntereife Früchte werden schnell überreif und platzen oder fallen herunter. Sie werden darum einzeln geerntet, sobald sie ihre optimale Erntereife erreicht haben. Bei den Rispentomaten ist das anders. Ihre Früchte bleiben auch ausgereift noch lange an der Rispe hängen, ohne abzufallen. Darum kann man mit der Ernte warten, bis alle Früchte an einer Rispe reif sind. Bei der Rispentomate muss daher seltener gepflückt werden und die voll ausgereifte Früchte sind bei der Ernte somit sehr geschmackvoll. Die Früchte kommen typischerweise noch an der Rispe hängend in den Handel.

 

 

 

 

Grüne Tomaten

Sorten aus dieser Kategorie behalten auch im reifen Zustand ihre grüne Färbung. Grüne Tomaten gibt es in vielen verschiedenen Größen und Formen. Die ‚Furry Yellow Hog‘ z.B. ist eine paprikaförmige Sorte mit gelben und grünen Streifen. ‚Limetto‘ ist eine grüne Cherry-Tomate mit fruchtige, saftig-süßen Früchten. Zu den kleineren Varianten zählt u.a. die ‚Green Grape‘, die sehr aromatisch ist und Früchte in der Größe von Weintrauben produziert. Zudem gibt es sehr ungewöhnliche Varianten wie z.B. die Green Zebra bei der nicht nur die Haut, sondern auch das Fruchtfleisch grün ist. Ebenfalls erwähnenswert ist die ‚Giant Green Zebra‘, die sehr große und flache Früchte mit grünen und orangenen Streifen hervor bringt und auf den ersten Blick nicht wie eine Tomate aussieht. Die Reifeanzeichen bestehen gemeinhin aus einer leicht gelben oder orangenen Färbung sowie einer weichen Konsistenz.

 

Wildtomaten

Bei Wildtomaten handelt es sich um naturbelassene Arten, die nicht durch den Einfluss von Zuchtbemühungen verändert wurden. Sie sind allein durch natürliche Selektion an ihren Lebensraum angepasst. Wildtomaten sind robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, die sie in ihrem natürlichen Lebensraum bedrohen. Ihre Resistenz-Gene machen Wildtomaten für die Züchtung interessant. Ihre Blätter und Stängel enthalten sehr viel mehr giftige Glycoalkoloide als die der Zuchtformen. Das schützt sie vor Milben, Weißer Fliege und anderen Schädlingen. Solanum pimpinellifolium ist zum Beispiel eine Art, die im Norden Perus und im Süden Chiles vorkommt. Wahrscheinlich ist sie eine der Urmütter unserer Gartentomaten. Sie wächst stark verzweigt und bildet dichte Büsche. Die Früchte sind klein und rot oder gelb gefärbt. Solanum cheesmaniae ist eine von zwei Tomatenarten auf den Galapagosinseln. Sie verträgt einen 8 – 10-mal höheren Salzgehalt im Boden als unsere Gartentomaten und wächst darum sehr gut auch in trocknen Gegenden auf salzigen Böden. Ihre Blätter sind stark eingerollt und die gelb-orangen Früchte etwa 1 cm groß. Die zweite Art von den Galapagos-Inseln ist Solanum galapagense. Sie ist sehr widerstandsfähig gegen Weiße Fliege, aber ihre Früchte sind nicht essbar. Die Früchte der meisten Wildtomaten sind klein, behaart, bitter und völlig ungenießbar.

Als Wildtomaten werden auch einige Züchtungen bezeichnet, die vom Typ her echten Wildtomaten ähnlich sind. Sie entstanden aus Selektionen von Wildarten oder aus Kreuzungen mit Gartentomaten. Zu diesen Wildtomaten gehören zum Beispiel die ‚Rote Murmel‘, die ‚Rote Johannisbeertomate‘ und ‚Golden Currant‘.

 

Reisetomaten

Bei dieser Sorte handelt es sich um eine sehr ungewöhnliche Tomatensorte. Anstatt klar voneinander getrennter Früchte erzeugt die Reisetomate Ansammlungen von zusammenhängenden Fruchtkammern, die gemeinsam die Frucht ergeben. Sie können problemlos voneinander gelöst werden, ohne die Frucht zu schädigen oder Flüssigkeitsverluste zu verursachen. Diese „Minitomaten“ gehören nicht zu den aromatischsten Tomatensorten. Da sie jedoch sehr leicht zu portionieren sind, gelten Reisetomaten als beliebter Proviant bei Ausflügen, Picknicken und ähnlichen Gelegenheiten. Reisetomaten werden seit Jahrhunderten in Südamerika angebaut und gedeihen am besten bei Temperaturen von bis zu 28 °C.