Tomaten-Welt

Wer bestäubt eigentlich die Tomaten?

Allgemeines
Vibrationsbestäubung wird die Bestäubung von Tomatenblüten durch Hummeln genannt. (Foto: Erika Hartmann / pixelio.de)

Vibrationsbestäubung wird die Bestäubung von Tomatenblüten durch Hummeln genannt. (Foto: Erika Hartmann / pixelio.de)

Nur Blüten, die ausreichend bestäubt sind, bringen schmackhafte Tomaten hervor. Tomatenblüten sind zwittrig. Jede einzelne hat eine Narbe und Pollensäcke. Da der Pollen in der Zeit freigesetzt wird, in der die Narben befruchtungsfähig sind, können Tomaten sich selbst befruchten.

Dies geschieht in freier Natur meist durch den Wind, der die Pollen verteilt. Doch auch Insekten können zur Befruchtung beitragen. Im Gewächshaus, wo Wind und bestäubende Insekten fehlen, kann man auch selbst etwas nachhelfen.

Bestäubung durch Insekten

Insekten fliegen gezielt befruchtungsfähige Blüten an, weil diese sie mit Pollen und Nektar locken. Die wichtigsten bestäubenden Insekten bei Tomaten sind die Hummeln. Sie haben gegenüber anderen Insekten gleich zwei Vorteile:

  • Da die Pollen der Tomaten sehr fest in den Pollensäcken sitzen, müssen sie durch Vibrationen herausgeschüttelt werden. Hummeln können diese Vibrationen mit Hilfe ihrer Flugmuskeln erzeugen und schütteln auf diese Weise mehr Pollen aus den Blüten als andere Insekten.
  • Außerdem transportieren Hummeln in ihrem dichten Pelz besonders viel Pollen von einer Blüte zur anderen. Die Vibrationsbestäubung durch die Hummel führt darum zu einem besseren Fruchtansatz als die Selbstbestäubung durch Wind oder andere Insekten.

Nachgeholfen: Selbstbestäubung der Tomaten mit Zahnbürste oder Pinsel

Im Gewächshaus ist die Befruchtung der Tomatenblüten durch Wind und Insekten nicht sichergestellt. Es herrscht nur eine geringe Luftbewegung und Insekten haben nur begrenzt Zugang zu den Blüten. In der Tomatenproduktion werden darum in Gewächshäusern gezielt Hummelvölker zur Bestäubung eingesetzt.

Im Hausgarten können Sie den Fruchtansatz verbessern, indem Sie selbst die Blüten bestäuben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Besonders bewährt hat sich das sogenannte Trillern. Der schwingende Kopf einer elektrischen Zahnbürste wird hierbei knapp oberhalb der Blüte angesetzt. Die Vibration sorgt dafür, dass sich viele Pollen aus den Pollensäcken lösen und auf die Narben fallen. Dadurch wird eine vollständige Bestäubung der Fruchtanlagen erreicht. Da die Befruchtung nur stattfindet, wenn die Pollen auf eine aufnahmebereite Narbe fallen und Temperatur und Luftfeuchtigkeit günstig sind, muss das Trillern vom Aufblühen der Blüte bis zur Fruchtbildung täglich wiederholt werden, um den optimalen Zeitpunkt nicht zu verpassen.
  • Für eine geringe Anzahl an Tomatenpflanzen kann die Bestäubung mit einem weichen Pinsel erfolgen. Mit diesem sollte täglich über Pollensäcke und Narbe gestrichen werden, sodass der Pollen übertragen wird.